Caroline Heider | Prima Showcase

Ausstellungsdauer bis: 20.10.2016

Die menschliche Fähigkeit zu Kommunizieren basiert zu großen Teilen auf der Fähigkeit Muster zu erkennen und auf sie zu reagieren. Muster können beispielsweise die reduzierten Merkmale eines Gesichts, die Abstrahierung einer Landschaft oder aber auch eine Handlung sein. Jedenfalls muss etwas wiederholt erscheinen, um als Muster erkannt werden zu können.

Für die Ausstellung „Prima Showcase“ beschäftigt sich Caroline Heider mit Mustern, gefiltert durch das Medium Fotografie und Video. Das fotografische (körperlose) Bild zeigt naturgemäß einen eingefrorenen Ausschnitt der Realität. Es spiegelt das wieder, was uns als das Wirkliche erscheint. Die Frage, warum und was wir als bildlich „ausgewogen“ wahrnehmen, muss sich der Besucher selbst beantworten. 

„Prima Showcase“ heißt übersetzt  so etwas, wie „Erster Schaukausten“. Die Ausstellung an sich ist ein Schaukasten. Ich habe mich mit Mustern beschäftigt, ausgehend von den Schattenmustern, die meine Kokolores erzeugen. Für die Marenzi habe ich die Cut outs, die ich damals aufgehoben habe als ein großes Mobile geplant. Titel: „Unruhe“ 

Die Cut outs sind als schnelle Handzeichnungen von floralen Mustern entstanden. Zwangsläufig ergeben sich aus den Ausschnitten Figuren, die z.B. wie Tiere aussehen.  Es sind aber nur wir, die wir in einem Stück Holz ein Gesicht oder ein Wesen erkennen. Ist die Menschheit nicht so erfolgreich geworden, weil sie die Fähigkeit hat Kategorien zu bilden und Wiederholungen zu erkennen. Muster sind Wiederholungen etwas zuvor Gesehenes. Dann mit der Erfahrung dreht sich das Blatt: manchmal meint der Mensch etwas zu erkennen, obwohl es nur so aussieht als ob. Hier sieht er wo nichts ist. Das Holz der Kokolores bleibt Holz und das Schattenspiel ein Schattenspiel. (Caroline Heider)

Caroline Heider, geb. 1978 in München, lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste Wien, bei Eva Schlegel, Matthias Hermann und Harun Farocki, sowie an der Filmakademie Wien von 2003 - 2009. Ihr Fokus liegt auf der Auseinandersetzung mit dem Fotografischen Bild, seiner körperlosen Erscheinung, seinen Medien und den kulturellen Zusammenhängen. 

www.carolineheider.com

 

 

KULTUR AKTUELL